Lauterstein verliert Abstiegskrimi in den letzten vier Minuten
von MKDie Oberliga-Handballer der SG Lauterstein mussten am Samstagabend eine ganz bittere Auswärtsniederlage im Abstiegskampf hinnehmen. Bei der HSG Langenau/Elchingen unterlagen die Blau-Gelben in der Pfleghofhalle denkbar knapp mit 26:27 und verpassten damit die große Chance, sich im Kampf um den Klassenerhalt eine deutlich bessere Ausgangslage zu verschaffen.
Dabei sah es in der 55. Spielminute noch so aus, als könnte die SGL ihren Drei-Tore-Vorsprung über die Zeit bringen. Die Blau-Gelben hatte über weite Strecken genau das auf die Platte gebracht, was es in einem solchen Spiel braucht: Kampf, Leidenschaft und den unbedingten Willen, in einer aufgeheizten Halle dagegenzuhalten. Rund 750 Zuschauer, darunter etwa 170 mitgereiste Lautersteiner Schlachtenbummler, sahen ein echtes Abstiegsspiel.
In der ersten Halbzeit konnte sich zunächst keine Mannschaft entscheidend absetzen. Mal lag Langenau knapp vorne, mal hatte die SGL die Nase mit einem Treffer in Front. Beide Teams wussten um die Bedeutung dieser Partie, entsprechend eng und umkämpft verliefen die ersten 30 Minuten. Lauterstein blieb dran, ließ sich von der Kulisse nicht beeindrucken und ging mit dem Gefühl in die zweite Hälfte, dass an diesem Abend etwas möglich war.
Nach dem Seitenwechsel wurden die Blau-Gelben dann stärker. Die Mannschaft um Kapitän Mario Kölle verteidigte griffiger, fand vorne bessere Lösungen und spielte sich Stück für Stück einen kleinen Vorsprung heraus. Bis zur 55. Minute hatte sich die SGL auf drei Tore abgesetzt. In dieser Phase schien vieles dafür zu sprechen, dass Lauterstein diesen wichtigen Auswärtssieg tatsächlich mit nach Hause nehmen könnte.
Doch dann folgten vier Minuten, die aus Lautersteiner Sicht kaum bitterer hätten laufen können. Eine Zwei-Minuten-Strafe auf beiden Seiten brachte Unruhe in die Partie. Die SGL musste in der Defensive in Unterzahl agieren, vorne fehlte plötzlich die letzte Konsequenz. Drei Fehlwürfe und ein technischer Fehler sorgten dafür, dass die Blau-Gelben in der entscheidenden Phase keinen Treffer mehr erzielen konnten. Langenau nutzte diese Minuten eiskalt aus, erzielte vier Tore in Folge und drehte die Partie mit dem Schlusspfiff.
Damit stand am Ende eine Niederlage, die richtig weh tut. Nicht nur, weil die SGL über weite Strecken eine starke und kämpferische Leistung zeigte. Sondern auch, weil Langenau mit diesem Sieg den Klassenerhalt einen Spieltag vor Schluss sichern konnte. Für die SGL dagegen ist die Lage nun deutlich komplizierter geworden.
Neben den bereits feststehenden Absteigern Bönnigheim und Plankstadt entscheidet sich der weitere Abstiegskampf nun zwischen Lauterstein und Söflingen. Die Rechnung ist klar: Gewinnt Söflingen seine beiden verbleibenden Spiele, kann die SGL selbst mit einem Sieg am letzten Spieltag den Klassenerhalt nicht mehr schaffen. Lässt Söflingen jedoch Punkte liegen, hat Lauterstein mit einem eigenen Sieg wieder die Chance, sich doch noch über die Ziellinie zu retten.
Am kommenden Sonntag empfangen die Blau-Gelben in der Kreuzberghalle den bereits feststehenden Meister aus Unterensingen. Söflingen wiederum muss noch zweimal auswärts ran, bei den zwei punktgleichen Mannschaften auf den Tabellenplätzen zwei und drei, die beide noch um den Einzug in die Aufstiegsrelegation kämpfen. Eine erste Tendenz im Abstiegskampf gibt es bereits am 1. Mai, wenn Söflingen in Leutershausen antritt.
Für die Mannschaft von Trainer Markus Stuber bleibt damit nur eine Aufgabe: im letzten Saisonspiel noch einmal alles in die Waagschale werfen. Die Leistung in Langenau hat gezeigt, dass die SGL lebt. Dass sie bereit ist, zu kämpfen. Und dass sie auch in schwieriger Atmosphäre bestehen kann. Was am Ende fehlte, waren lediglich vier stabile Minuten in der Crunchtime.
Trotz des bitteren Dämpfers will Lauterstein am kommenden Sonntag noch einmal alles mobilisieren. Die Mannschaft hofft dabei auch im letzten Heimspiel auf eine ähnliche Unterstützung wie in Langenau. Denn eines ist klar: Solange rechnerisch noch etwas möglich ist, wird die Mannschaft alles daran setzen, die Chance auf den Nichtabstieg zu wahren.
SG Lauterstein: Kölle (7), Clement (5), Eberhardt (3), T. Lackinger (3), L. Lenz (3), Allmendinger (1), Helfrich (1), Fa. Lackinger (1), B. Lenz (1), Schattner (1), Abele, Fy. Lackinger, C.Stuber, Tim Ziller. Im Tor: Steuernagel, Weiland





