Revanche geglückt – Raptors den Saft abgedreht

von MK

Die Oberliga-Handballer der SG Lauterstein haben im Abstiegskampf ein ganz dickes Ausrufezeichen gesetzt. Bei der SG Hegensberg/Liebersbronn feierten die Blau-Gelben einen enorm wichtigen 28:27-Auswärtssieg und revanchierten sich damit zugleich für die Hinspielniederlage. Mit diesem Sieg verkürzt die Mannschaft von Markus Stuber den Rückstand auf die „Raptors“ auf nur noch einen Zähler und hat in den kommenden beiden Wochen gegen Söflingen (Heim) und Langenau (Auswärts) alles in der eigenen Hand.

Die Vorzeichen vor dieser richtungsweisenden Partie waren gut. Bis auf die Langzeitverletzten und Nico Abele konnte Trainer Markus Stuber auf einen schlagkräftigen Kader zurückgreifen. Entsprechend fokussiert gingen die Blau-Gelben in dieses so wichtige Auswärtsspiel, und das war von der ersten Minute an zu sehen. Die Mannschaft um Kapitän Mario Kölle erwischte einen guten Start und legte nach fünf Minuten direkt ein 3:0 vor. Vor allem Tim Lackinger drückte dem Lautersteiner Angriffsspiel in dieser Phase seinen Stempel auf, während hinten der Abwehrverbund um Fabian Lackinger und Alexander Eberhardt äußerst stabil stand. Die Gastgeber wurden immer wieder zu Fehlern oder schwierigen Abschlüssen gezwungen, wovon auch Dennis Weiland im Tor profitierte. Dieser war sofort im Spiel und strahlte früh die nötige Sicherheit für seine Mannschaft aus. Die mitgereisten Lautersteiner Fans sahen in der ersten Halbzeit einen rundum überzeugenden Auftritt ihrer Mannschaft. Die SGL verteidigte konzentriert und nutzte ihre Chancen konsequent. So wuchs der Vorsprung bis zur 26. Minute auf satte neun Tore an, 16:7 für die Blau-Gelben. Es war genau die Vorstellung, die in einem solchen wichtigen Spiel gefragt war. Umso ärgerlicher war die Schlussphase der ersten Hälfte. Statt den komfortablen Vorsprung abgeklärt in die Pause zu bringen, leistete sich die SGL einige technische Fehler und verlor kurzzeitig die Linie. Hegensberg/Liebersbronn nutzte das gnadenlos aus und kam mit einem 4:0-Lauf noch einmal auf 11:16 heran.

Ein Spiel, das bis dahin klar in Lautersteiner Hand gewesen war, hatte damit zur Halbzeit wieder etwas mehr Spannung bekommen. Nach dem Seitenwechsel hielt die SGL zunächst noch dagegen und lag in der 37. Minute weiter mit 20:12 vorne. Doch danach kippte das Momentum zunehmend. Die Gastgeber stellten ihre Abwehr etwas um, Lauterstein fand offensiv nicht mehr die Lösungen aus der ersten Halbzeit und musste sich immer häufiger schwierige Würfe unter Zeitspiel erarbeiten. Gleichzeitig drückten die „Raptors“ aufs Tempo, während der Rückzug der Blau-Gelben nicht immer sauber funktionierte. So schmolz der Vorsprung Stück für Stück. Aus dem 20:12 wurde bis zur 45. Minute ein 22:18, und spätestens beim 25:23 in der 53. Minute war die Partie endgültig wieder offen. Die Halle war da, das Momentum gefühlt ebenfalls auf Seiten der Gastgeber und die SGL musste nun beweisen, dass sie aus den bitteren Spielen der Vergangenheit gelernt hatte. Und genau das tat sie. Im Gegensatz zu manch anderer Partie in dieser Saison blieb Lauterstein in dieser Phase cool. Die Blau-Gelben behielten die Nerven, fanden in den entscheidenden Momenten die richtigen Antworten und stemmten sich mit allem, was sie hatten, gegen das Hegensberger Comeback. Über 27:24 und 28:26 brachte die SGL den knappen Vorsprung schließlich ins Ziel. In dieser Schlussphase war Dennis Weiland der sichere Rückhalt, den es in solchen Spielen braucht. Mit einer Siebenmeterparade und einer ebenso wichtigen Parade im Gegenstoß hielt er den Auswärtssieg fest und avancierte damit zum Matchwinner in einer nervenaufreibenden Schlussphase.

Am Ende steht für die SG Lauterstein ein enorm wichtiger 28:27-Auswärtssieg, der im Tabellenkeller richtig Gewicht hat. Die Revanche gegen die „Raptors“ ist geglückt, der Abstand auf Hegensberg auf einen Punkt geschmolzen und mit den anstehenden Duellen gegen den Zwölften Söflingen und den Elften Langenau hat die SGL den Klassenerhalt selbst in der Hand. Ehe dann zum Saisonfinale mit Unterensingen der bereits feststehende Meister unter den Kreuzberg kommt, haben die Blau-Gelben also genau die Spiele vor der Brust, in denen es um alles geht. Ein Dank ging nach dem Schlusspfiff auch an die mitgereisten Fans, die ihre Mannschaft auswärts lautstark unterstützten und ihren Teil zu diesem wichtigen Sieg beitrugen.

SG Lauterstein: Lackinger (9), Kölle (4), Fy. Lackinger (4), Allmendinger (2), Clement (2), Eberhardt (2), L. Lenz (2), Bäuerle (1), Helfrich (1), Schattner (1), Fa. Lackinger, B. Lenz, Ziller. Tor: Alrachid, Steuernagel, Weiland